Blutprobe abgegeben?
Wenn die Polizei Blut abgenommen hat, dauert es einige Wochen bis zum Ergebnis. Nutzen Sie diese Zeit, um sich rechtlich abzusichern. Machen Sie gegenüber der Polizei keine Angaben zu Ihren Konsumgewohnheiten.
Zwei Stufen: Ordnungswidrigkeit vs. Straftat
Im Verkehrsrecht wird unterschieden, ob Sie "nur" Spuren von Drogen im Blut hatten oder ob Sie dadurch bedingt Auffälligkeiten im Straßenverkehr gezeigt haben.
Fahrt unter Drogeneinfluss
Sie wurden in einer Routinekontrolle positiv getestet, sind aber ansonsten völlig unauffällig gefahren. Es drohen "nur" ein Bußgeld, Punkte und ein befristetes Fahrverbot (1-3 Monate).
Mit Ausfallerscheinungen
Sie fuhren Schlangenlinien, haben einen Unfall verursacht oder wirkten bei der Kontrolle extrem desorientiert. Die Folge: Strafverfahren, Entzug der Fahrerlaubnis und MPU.
| Bußgeldkatalog 2026 Drogen am Steuer (§ 24a StVG) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Verstoß | Bußgeld BG | Punkte Pkt. | Fahrverbot FV | Einspruch |
| Beim 1. Mal | 500 € | 2 P. | 1 Mon. | Kostenlos prüfen |
| Beim 2. Mal | 1.000 € | 2 P. | 3 Mon. | Kostenlos prüfen |
| Beim 3. Mal | 1.500 € | 2 P. | 3 Mon. | Kostenlos prüfen |
| Cannabis-Sonderregeln 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Zusatzverstoß | Bußgeld BG | Punkte Pkt. | Fahrverbot FV | Einspruch |
| Mischkonsum (THC + Alkohol) | 1.000 € | 2 P. | 1 Mon. | Kostenlos prüfen |
| Probezeit / unter 21 Jahren | 250 € (bei < 3,5 ng) | 1 P. | – | Kostenlos prüfen |
| Wiederholter Mischkonsum | 1.500 € bis 3.000 € | 2 P. | 3 Mon. | Kostenlos prüfen |
Die Strafen gelten für Ordnungswidrigkeiten ohne Gefährdung. Kommen Ausfallerscheinungen hinzu, greift das Strafrecht mit einkommensabhängigen Geldstrafen und dem Entzug der Fahrerlaubnis.
Führerscheinentzug droht?
Neben dem Strafverfahren droht bei harten Drogen oder wiederholten Verstößen fast immer die Entziehung durch die Führerscheinstelle. Wir müssen zweigleisig verteidigen.
Sonderfall Cannabis: Die 3,5 ng/ml Grenze
Neue Rechtslage seit Sommer 2024
Was Kiffer im Straßenverkehr beachten müssen
- Der neue Grenzwert: Es gilt ein gesetzlicher Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum. Liegt Ihr Wert darunter und Sie fahren unauffällig, begehen Sie keine Ordnungswidrigkeit.
- Absolutes Alkoholverbot: Das Gesetz verbietet den Mischkonsum strikt. Wer Cannabis konsumiert hat (ab 3,5 ng/ml) und zusätzlich Alkohol getrunken hat (selbst minimal), zahlt sofort ein deutlich erhöhtes Bußgeld (1.000 €).
- Probezeit und U21: Für Fahranfänger in der Probezeit sowie für alle Personen unter 21 Jahren gilt eine absolute 0,0-Toleranz-Grenze für Cannabis. Die 3,5 ng/ml-Grenze gilt hier nicht.
Harte Drogen und die zwingende MPU
Während bei Cannabis mittlerweile differenziert wird, kennt der Gesetzgeber bei allen anderen Betäubungsmitteln (Kokain, Amphetamine, Heroin, MDMA) kein Pardon.
Null-Toleranz bei harten Drogen
Schon der Nachweis einer Kleinstmenge reicht
Für Kokain, Speed etc. gilt die "Nachweisgrenze". Sobald das Labor auch nur Spuren der Substanz im Blut findet, ist der Verstoß verwirklicht.
Die Fahrerlaubnisbehörde entzieht beim Nachweis harter Drogen fast immer sofort die Fahrerlaubnis – auch wenn Sie nicht berauscht gefahren sind.
Um den Führerschein jemals wiederzubekommen, ist eine MPU zwingend. Voraussetzung dafür ist ein nachweisbarer Drogenabstinenz-Zeitraum von meist 12 Monaten.
Auch verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. starke Schmerzmittel) können strafbar sein, wenn sie die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.
Lohnt sich eine anwaltliche Verteidigung?
Gerade bei Drogentests geschehen im polizeilichen und medizinischen Ablauf häufig Fehler, die ein erfahrener Anwalt vor Gericht zu Ihren Gunsten nutzen kann.
Verteidigungsansätze bei Drogenfahrten
Wo ich in der Akte nach Fehlern suche
- Mess- und Laborfehler: Wurde die Blutprobe ordnungsgemäß gekühlt und gelagert? Verunreinigungen oder Vertauschungen im Labor sind selten, aber möglich. Ich fordere das komplette Toxikologische Gutachten an.
- Unbewusster Konsum: Das "K.-o.-Tropfen"- oder "Brownie"-Argument. Wenn Ihnen Drogen unwissentlich verabreicht wurden, fehlt der Vorsatz. Dies ist in der Praxis schwer zu beweisen, aber ein validierbarer rechtlicher Hebel.
- Rechtmäßigkeit der Blutentnahme: Bestand überhaupt ein konkreter Anfangsverdacht, der eine Blutentnahme rechtfertigte? Freiwillige Urintests ("Wischtests") sollten Sie vor Ort immer ablehnen.
- Ausfallerscheinungen entkräften: Die Polizei dokumentiert oft "verzögerte Pupillenreaktion" oder "zittrige Hände", um eine Straftat zu konstruieren. Dies lässt sich häufig als bloße Nervosität bei einer Polizeikontrolle erklären, was das Strafverfahren zur bloßen Ordnungswidrigkeit abstuft.
So läuft das Verfahren ab
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1Verkehrskontrolle & SchweigerechtSie wurden getestet. Wichtig: Niemals den Konsum zugeben! Sätze wie "Ich habe am Wochenende nur einen Joint geraucht" sind rechtlich extrem schädlich.
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2Anwalt kontaktierenSie beauftragen mich. Ich teile der Behörde mit, dass ich Sie vertrete und beantrage die amtliche Ermittlungsakte sowie die Laborberichte.
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3Abwehr der FührerscheinstelleParallel zum Straf- oder Bußgeldverfahren meldet sich oft die Fahrerlaubnisbehörde. Wir müssen hier sofort taktisch reagieren, um einen vorschnellen Entzug zu verzögern oder zu verhindern.
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4Einstellung, Reduzierung oder GerichtJe nach Wert und Beweislage kämpfe ich für eine Einstellung, die Reduzierung des Bußgeldes oder verteidige Sie konsequent vor Gericht.
Vermeiden Sie fatale Fehler.
Ein falsches Wort gegenüber der Polizei oder der Führerscheinstelle kann Sie den Führerschein kosten. Melden Sie sich jetzt für eine Ersteinschätzung.
Quellen: § 24a StVG (0,5 Promille / 3,5 ng/ml) · § 316 StGB (Trunkenheit/Drogen im Verkehr) · Stand: 2026