Post vom Insolvenzverwalter oder der Polizei?
Insolvenzverwalter sind gesetzlich verpflichtet, Insolvenzverschleppung an die Staatsanwaltschaft zu melden. Äußern Sie sich nicht unüberlegt zu den Gründen der Krise. Ich beantrage sofort Akteneinsicht für Sie.
Die Vorwürfe: Vorsatz vs. Fahrlässigkeit
Das Strafrecht unterscheidet bei der Insolvenzverschleppung, ob Sie die Zahlungsunfähigkeit bewusst ignoriert haben oder ob Sie die Anzeichen schlichtweg (aus Überforderung) nicht rechtzeitig erkannt haben.
Übersehen der Insolvenzreife
Sie haben die Bücher nicht im Blick gehabt oder die Krise unterschätzt. Es droht eine geringere Strafe, jedoch bleibt das Problem der persönlichen Haftung und der Sperre als Geschäftsführer bestehen.
Die Krise wurde bewusst ignoriert
Sie wussten, dass das Unternehmen pleite ist, haben aber trotzdem weitergemacht, neue Waren bestellt und Rechnungen unbezahlt gelassen. Hier drohen hohe Strafen bis hin zur Haft.
| Straferwartung Insolvenzverschleppung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Tatbestand | Freiheitsstrafe Haft | Geldstrafe? Geld? | Vorstrafe? Vorstr.? | Beratung |
| Fahrlässige Verschleppung | bis zu 1 Jahr | Ja | Möglich | Kostenlos prüfen |
| Vorsätzliche Verschleppung | bis zu 3 Jahre | Ja | Sehr oft | Kostenlos prüfen |
| (Faktischer) Geschäftsführer | Gleicher Strafrahmen | Ja | Ja | Kostenlos prüfen |
| Haftung & Berufsverbot | ||||
|---|---|---|---|---|
| Folge | Details Detail | Dauer | Gesetz | Beratung |
| Geschäftsführer-Sperre | Verbot der Organschaft | 5 Jahre | § 6 GmbHG | Kostenlos prüfen |
| Private Innenhaftung | Ersatz von Zahlungen | Dauerhaft | § 15b InsO | Kostenlos prüfen |
| Gewerbeuntersagung | Entzug d. Zuverlässigkeit | Jahre | § 35 GewO | Kostenlos prüfen |
Die Geschäftsführer-Sperre (§ 6 Abs. 2 GmbHG) tritt bereits bei Verurteilungen wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung ein. Sie dürfen danach 5 Jahre lang keine GmbH oder UG mehr führen.
Vorsicht: Private Haftung droht!
Alle Zahlungen, die Sie nach Eintritt der Insolvenzreife aus dem Firmenvermögen tätigen (außer zwingende Steuern/SV-Beiträge), fordert der Insolvenzverwalter gemäß § 15b InsO von Ihnen persönlich zurück. Das ruiniert viele Existenzen.
Wann muss der Antrag gestellt werden?
Die Insolvenzgründe und ihre Fristen
Unwissenheit schützt nicht vor Strafe
- Zahlungsunfähigkeit: Die Gesellschaft kann fällige Zahlungspflichten nicht erfüllen (in der Regel, wenn die Liquiditätslücke mind. 10 % beträgt). Der Antrag muss "ohne schuldhaftes Zögern", spätestens aber 3 Wochen nach Eintritt gestellt werden.
- Überschuldung: Das Vermögen des Unternehmens deckt die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr ab und es besteht eine negative Fortführungsprognose. Hier beträgt die maximale Frist 6 Wochen.
- Faktischer Geschäftsführer: Auch wer nicht formell im Handelsregister eingetragen ist, aber faktisch die Fäden zieht und das Unternehmen steuert ("Strohmann-Konstruktionen"), haftet und macht sich strafbar.
Der strafrechtliche Dominoeffekt
Die Insolvenzverschleppung kommt vor Gericht fast nie allein. Die Begleitdelikte in der Krise wiegen oft schwerer als die eigentliche Verspätung des Antrags.
Kriminalität in der Krise
Welche Strafverfahren noch folgen
Wer Löhne zahlt, aber die Krankenkassenbeiträge nicht mehr abführt, begeht sofort eine Straftat nach § 266a StGB (Sozialbetrug).
Bestellen Sie noch Waren (§ 263 StGB), obwohl Sie wissen, dass Sie diese nicht mehr bezahlen können, ist das Betrug.
Das Beiseiteschaffen von Firmenvermögen vor der Insolvenz oder das gezielte Bezahlen von "Lieblingsgläubigern" ist strafbar (§§ 283, 283c StGB).
Wird in der Krise die Lohnsteuer nicht abgeführt, leitet das Finanzamt ein Steuerstrafverfahren (§ 370 AO) ein.
Wann lohnt sich ein Anwalt?
Staatsanwälte und Insolvenzverwalter setzen den Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit rückwirkend oft viel zu früh an, um die Haftungsmasse zu maximieren. Genau hier liegt unsere Verteidigungslinie.
Verteidigungsansätze bei Insolvenzverschleppung
Wie ich Ihre Akte und BWA angreife
- Gutachterlicher Gegenbeweis: Wir widerlegen das vom Insolvenzverwalter oder der Staatsanwaltschaft erstellte Liquiditätsgutachten. Oft wurden Zahlungsaufschübe, Stundungsvereinbarungen oder stille Reserven nicht korrekt berücksichtigt.
- Positive Fortführungsprognose: Gab es im fraglichen Zeitraum noch realistische Sanierungskonzepte, Investorengespräche oder verbindliche Kreditzusagen? Wenn ja, entfällt der Vorwurf der Überschuldung.
- Vorsatz entkräften: Wer als Geschäftsführer von seiner Buchhaltung oder externen Beratern mangelhafte (falsch-positive) Zahlen geliefert bekommt, handelt nicht zwingend vorsätzlich.
- Die "Sperre" verhindern: Bei einer Einstellung des Verfahrens (z.B. nach § 153a StPO gegen Geldauflage) gilt man nicht als verurteilt. Die für Ihre Karriere tödliche 5-jährige Geschäftsführer-Sperre tritt somit nicht ein!
So läuft die Verteidigung ab
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1Ermittlungsverfahren beginntDas Insolvenzgericht übergibt die Akte standardmäßig der Staatsanwaltschaft (Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen). Sie erhalten eine Vorladung. Schweigen Sie unbedingt!
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2Mandatierung & AkteneinsichtIch bestelle mich als Ihr Verteidiger und blocke alle Vernehmungen ab. Wir fordern die Ermittlungsakte sowie die Insolvenzakte und die Gutachten des Verwalters an.
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3Betriebswirtschaftliche AuswertungOft ziehen wir in dieser Phase einen eigenen Sachverständigen hinzu, um das exakte Datum der Zahlungsunfähigkeit neu (und später) zu berechnen.
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4Verteidigungsschrift & DealIch verfasse eine fundierte Schutzschrift. Ziel ist die Einstellung des Verfahrens (zur Rettung Ihrer GmbH-Fähigkeit) oder die deutliche Reduzierung der zivilrechtlichen Haftungsansprüche des Verwalters.
Handeln Sie präventiv.
Wenn Ihr Unternehmen in der Krise steckt oder das Verfahren bereits rollt: Warten Sie nicht auf die Anklageschrift. Kontaktieren Sie mich für eine erste Risikoanalyse.
Quellen: § 15a InsO (Antragspflicht bei juristischen Personen) · § 6 GmbHG (Geschäftsführer) · Stand: 2026