Vorladung oder Anhörungsbogen erhalten?

Machen Sie gegenüber der Polizei keine Angaben zur Sache. Aussagen wie "Ich wollte ja später zahlen" festigen oft ungewollt den Betrugsvorsatz. Ich beantrage sofort Akteneinsicht für Sie.

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Der Strafrahmen: Von Geldstrafe bis Gefängnis

Das Strafgesetzbuch stuft Betrug als ernstzunehmendes Vermögensdelikt. Die Strafe richtet sich maßgeblich nach der Schadenshöhe, den Vorstrafen und vor allem danach, ob gewerbsmäßig gehandelt wurde.

Einfacher Betrug (§ 263 Abs. 1)

Einmalige Täuschung

Eine klassische Einzeltat (z.B. falsche Angaben bei einem Privatverkauf). Bei Ersttätern und geringem Schaden drohen meist Geldstrafen oder das Verfahren wird gegen Auflage eingestellt.

Besonders schwerer Fall (Abs. 3)

Gewerbsmäßig oder Bande

Wer wiederholt betrügt, um sich eine Einnahmequelle zu verschaffen (gewerbsmäßig), oder als Teil einer Bande agiert, dem droht zwingend eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten.

Strafrahmen Betrug (§ 263 StGB)
Tatbestand Strafe Strafe Versuch? Vers.? Haftstrafe? Haft? Beratung
Betrug (einfach) Geld o. bis 5 J. Strafbar Möglich Kostenlos prüfen
Computerbetrug (§ 263a) Geld o. bis 5 J. Strafbar Möglich Kostenlos prüfen
Erschleichung (§ 265a) Geld o. bis 1 J. Strafbar Selten Kostenlos prüfen
Qualifikationen (Regelbeispiele)
Tatbestand Freiheitsstrafe Haft Geldstrafe? Geld? Bewährung? Bewähr.? Beratung
Gewerbsmäßiger Betrug 6 Mon. bis 10 J. Nein Möglich Kostenlos prüfen
Bandenbetrug 6 Mon. bis 10 J. Nein Möglich Kostenlos prüfen
Großes Ausmaß (ab ca. 50k) 6 Mon. bis 10 J. Nein Möglich Kostenlos prüfen

Die genaue Strafe ist immer vom Einzelfall, dem angerichteten Schaden, einer eventuellen Schadenswiedergutmachung (Täter-Opfer-Ausgleich) und Vorstrafen abhängig.

Gewerbsmäßigkeit vorgeworfen?

Oft unterstellt die Staatsanwaltschaft bei wenigen eBay-Verkäufen bereits vorschnell gewerbsmäßiges Handeln, um das Strafmaß drastisch zu erhöhen. Hier müssen wir sofort rechtlich gegensteuern.

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Nicht zahlen können ist kein Betrug

Die 4 Stufen des Betrugs

Erst wenn alle Punkte erfüllt sind, ist es strafbar

Ein Betrug liegt rechtlich nur vor, wenn eine lückenlose Kette aus vier Ereignissen nachgewiesen werden kann:

  • 1. Die Täuschung: Sie müssen über Tatsachen täuschen (z.B. falscher Name, Vortäuschen von Zahlungsfähigkeit oder Lieferungswillen).
  • 2. Der Irrtum: Das Opfer muss aufgrund Ihrer Täuschung einem echten Irrtum erliegen.
  • 3. Die Vermögensverfügung: Das Opfer muss aufgrund des Irrtums freiwillig über sein Vermögen verfügen (Geld überweisen, Ware herausgeben).
  • 4. Der Vermögensschaden: Dem Opfer muss ein messbarer finanzieller Schaden entstehen, während Sie oder ein Dritter sich bereichern wollen.
Der entscheidende Hebel: Der Vorsatz! Wer eine Rechnung nicht bezahlt, weil er plötzlich seinen Job verliert oder pleitegeht, begeht keinen Betrug (sondern nur eine Vertragsverletzung). Der Vorsatz, nicht zahlen zu wollen, muss schon bei Vertragsabschluss bestanden haben.

Typische Betrugsarten in der Praxis

Betrugsvorwürfe im Alltag sind vielfältig. Die Ermittlungsbehörden greifen oft schnell zur Strafanzeige, obwohl der Fall eigentlich vor ein Zivilgericht gehört.

Alltagsfälle, die zur Anzeige führen

Vom Internet bis zur Arbeitsagentur

Eingehungsbetrug

Ware im Internet bestellt, aber nicht bezahlt. Die Staatsanwaltschaft wirft Ihnen vor, Sie hätten von vornherein gewusst, dass Ihr Konto nicht gedeckt ist.

Internet- & eBay-Betrug

Sie haben online etwas verkauft, aber die Ware nicht geliefert. Auch hier wird oft fälschlicherweise Vorsatz unterstellt, obwohl das Paket lediglich verloren ging.

Sozial- & BAföG-Betrug

Einkünfte, Nebenjobs oder Erbschaften wurden beim Jobcenter oder beim BAföG-Amt verschwiegen, um weiterhin Leistungen zu beziehen.

Erschleichen von Leistungen

Das klassische "Schwarzfahren". Gemäß § 265a StGB eine Straftat, die bei massenhafter Wiederholung erhebliche Geldstrafen bis hin zur Haft nach sich ziehen kann.

Wann lohnt sich ein Anwalt?

Da Betrug zwingend Vorsatz und Bereicherungsabsicht voraussetzt, stehen die Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens sehr gut, wenn rechtzeitig und juristisch präzise argumentiert wird.

Verteidigungsansätze im Betrugsverfahren

Wie ich Ihre Ermittlungsakte angreife

  • Nachweis der Zahlungsfähigkeit: Beim Eingehungsbetrug können wir oft anhand von Kontoauszügen beweisen, dass Sie zum Zeitpunkt der Bestellung sehr wohl zahlungsfähig und zahlungswillig waren. Die Geldnot trat erst später ein.
  • Fahrlässigkeit statt Vorsatz: Man kann Betrug nicht fahrlässig begehen. Haben Sie bei eBay schlichtweg vergessen, ein Paket rechtzeitig zur Post zu bringen, fehlt der Täuschungsvorsatz. Es ist eine zivile Angelegenheit.
  • Identitätsdiebstahl: Wurde Ihr Konto oder Ihr Name von Dritten (z.B. Hackern, Phishing) missbraucht, um Fake-Shops zu betreiben? Sie sind in diesem Fall selbst Opfer, nicht Täter.
  • Schadenswiedergutmachung: Wenn der Sachverhalt unstrittig ist, können wir oft durch Rückzahlung des Schadensbetrags (Täter-Opfer-Ausgleich) eine Gerichtsverhandlung abwenden und eine Einstellung nach § 153a StPO erzielen.

So läuft die Verteidigung ab

Ignorieren Sie eine polizeiliche Vorladung oder einen Anhörungsbogen niemals, sonst entscheidet die Justiz ohne Ihre Gegendarstellung (Strafbefehl).

  • 1
    Mandatierung & Schweigerecht
    Sie beauftragen mich. Ich sage polizeiliche Vernehmungstermine für Sie ab. Sie müssen dort nicht erscheinen und machen keine Angaben zur Sache.
  • 2
    Akteneinsicht beantragen
    Ich fordere die komplette Ermittlungsakte bei der Staatsanwaltschaft an. Erst dann wissen wir, welche Beweise (Chatverläufe, Überweisungen, IP-Adressen) wirklich vorliegen.
  • 3
    Strategie & Schutzschrift
    Wir besprechen die Akte im Detail. Anschließend verfasse ich eine rechtlich fundierte Schutzschrift, um den fehlenden Vorsatz zu begründen oder rechtfertigende Umstände darzulegen.
  • 4
    Einstellung oder Verhandlung
    In vielen Fällen wird das Verfahren nach unserer Einlassung mangels hinreichendem Tatverdacht oder gegen eine geringe Auflage eingestellt. Kommt es zur Anklage, verteidige ich Sie vor Gericht.

Vermeiden Sie einen Eintrag ins Führungszeugnis.

Ein rechtskräftiger Betrugsvorwurf kann weitreichende berufliche Konsequenzen haben. Kontaktieren Sie mich für eine strategische Verteidigung von Beginn an.

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Quellen: § 263 StGB (Betrug)  ·  § 153a StPO (Einstellung)  ·  Stand: 2026